ein Paradies für Surfer aller Art
06. September 2026
Heute Morgen waren unsere Batterien ziehmlich leer. Das lag wohl daran, das die Tage schon wieder kürzer werden und es ausserdem auch noch bewölkt und windstill war. Also keine Stromprodunktion.
Aus diesem Grund haben wir beschlossen, am heutigen Tag ein paar Stunden zu motoren, denn das ist effektiver als die Batterien mit dem Generator zu laden. Wir verbrauchen dann nur halb so viel Diesel und kommen dabei auch noch vorwärts.
Mit dem Vorsegel dabei haben wir es auf 6,5 kn gebracht, wohl auch deshalb weil ich mit Hilfe unseres neuen Tauchkompressor den Rumpf und die Propeller sauber gemacht habe.
Unsere Entscheidung heute mit dem Motor zu fahren führt uns wieder nach Sardinien (IT) in die Bucht von Porto Liscia. Unser Versuch in die weiter östlich geĺegene Bucht von Porto Pollo vor dem Spiaggia naturista Serena zu fahren ist wie schon vor 4 Jahren auch an der Menge der Boote in der Bucht gescheitert. Porto Liscia bietet mehr Platz, allerdings machen sich die Kite Surf Schulen ganz schön breit.
360 Grad Panorama vom Ankerplatz
Wir ankern in Spiaggia di Porto Liscia (Sardinien (IT)) in 3,1 m Wassertiefe mit 23 m Ankerkette. Der Grund besteht aus Sandschicht auf Stein. Die Wassertemperatur beträgt 27,3°C.
07. September 2026
Heute bin ich mit dem SUP die Bucht entlang gefahren und habe festgestellt, nachdem wir auf Wunsch der Surfer ein wenig weiter nach Westen umgeankert haben, daß wir nun vor einem inoffiziellen FKK Strand liegen.
Obwohl FKK auf Sardinien gesetzlich nur an wenigen offiziell ausgewiesenen Stränden erlaubt ist, wird das Naturisten-Baden am westlichen Ende der Spiaggia di Porto Liscia seit vielen Jahren komplett toleriert. Dieser ruhigere Bereich wird oft auch als Spiaggia di Serrato bezeichnet.
Bei dieser Tour habe ich den Zugang bzw. Einstieg in den Fiume Liscia erkundet. dort können wir bequem mit dem Kajak den Strand überqueren und morgen eine Tour durchs Inland machen.

08. September 2026

Seit vorgestern liegen wir wieder in Sardinien vor Anker – in Porto Liscia, einer der Nordbuchten mit Blick auf die Maddalena Inseln. Porto Liscia ist ein beliebter Surfer und Kiterspot. Wir liegen etwas abseits des Windhotspots und können trotzdem den teils akrobatischen Sprüngen der Kiter zusehen.
Um uns herum sind heute auch viele Kitanfänger mit ihren Lehrern.
Direkt hinter dem Sandstrand befindet sich die Mündung des Flusses Liscia, die Sciumara del Liscia. Jetzt gerade ist die Mündung versandet und das Süßwasser des Flusses versickert wohl in den Sand. Der Fluss Liscia entspringt im zerklüfteten Hinterland der Gallura-Berge und speist den Stausee Lago di Liscia (105 Mio Kubikmeter Fassungsvermögen zur Trinkwasserversorgung der ganzen Region).

Hinter der Staumauer fließt der Liscia als regulierter Fluss Richtung Norden und mündet in das letzte Teilstück, das als fisch- und vogelreiches Flachwassergebiet bekannt ist. Am Strand von Porto Pollo mündet der Fluss dann ins Mittelmeer.
Dieses Flachwasser-Teilstück wollen wir heute mit unserem Kajak erkunden. Auf googlemaps sieht der Bereich schonmal sehr vielversprechend aus. Wir paddeln von der Be Happy erst einmal an den Strand und tragen das Kajak dann über das kurze Strandstück zum Liscia.
Direkt nach dem Lospaddeln sind wir von Schilf umgeben, nur ein leichtes Windrauschen im Schilf, ein paar Vogelstimmen und das Geräusch der Paddel durch das Wasser – himmlisch. Später hören wir auch Geglöckel, wie wir das Bimmeln von Ziegen-/Schafsglocken nennen.
Immer wieder starten Reiher aus dem Bäumen, die am Flussrand stehen. Sie fühlen sich wohl von uns gestört. Das Wasser ist bräunlich, mit viel verrottenden Baumstämmen, alles als Biotop sehr naturbelassen. Als wir um die nächste Biegung kommen, sehen wir dann auch eine Schafsherde, die sich am Flussufer tummelt.
Über die erste blühende Seerose, die wir im Foto bannen, freuen wir uns wie Bolle. 10 Minuten später fahren wir an ganzen Seerosenteppichen vorbei; da kann einem nur Monet durch den Kopf gehen.

Wir genießen und fahren weiter.
Kurz vor der querenden Landstraße passieren wir einen Einstieg, an dem viele Kajaks liegen. Nur kurz dahinter wird der Fluss nicht weiter passierbar, er wird zu eng und Geäst und Schilf verhindern das Weiterfahren. Wir wollen nichts an dem Biotop kaputt machen und drehen um.
An dem Kajakeinstieg treffen wir einen jungen Mann, der Kajaks für eine geführte Tour vorbereitet. Wir kommen ins Gespräch. Er ist Deutscher und wohnt seit seinem 13. Lebensjahr auf Sardinien. Er erzählt uns noch etwas darüber, dass der Mündungsbereich des Liscia bekannt ist für die vielen Vogelarten. Wir schwadronieren noch ein bisschen über dies und jenes und paddeln sehr zufrieden wieder an den Strand zurück. Ein Dreiergespann aus sehr gechilled schauenden Kühen erheitern uns noch sehr beim Vorbeipaddeln. Wie sie wohl heißen? Mir fallen spontan Erna, Emma und Lisbeth ein. Es fällt uns auf, dass sie ihre Hörner hier auf Sardinien behalten dürfen.
Fische konnten wir aufgrund des braunen Wassers nicht wirklich beobachten; nur die Kreise im Wasser und Platschen konnten wir sehen und hören. Dafür begleiten uns auf der ganzen Strecke immer wieder Libellen und an den lila blühenden Büschen am Uferrand sind Horden von weißen Schmetterlingen – wunderschön.
Am FKK-Strand nehmen wir dann noch ein kurzes Bad und fahren dann wieder zurück nach Hause. Brot und Guglhupf wollen noch gebacken werden und ich muss schauen, was ich uns heute Leckeres zum Abendessen koche.
Zur Flora und Fauna dieses Biotops habe ich kurz gegoogelt und füge den Text hier einfach bei:
Der Mündungsbereich des Fiume Liscia (Foce del Liscia / Sciumara) bildet ein faszinierendes Brackwasser-Ökosystem. Da hier das Süßwasser des Flusses auf das Salzwasser des Mittelmeeres trifft und die Mündung oft durch Sandbänke geschützt ist, entsteht eine geschützte Lagunenlandschaft. Wenn Sie mit dem Kajak flussaufwärts paddeln, bewegen Sie sich durch eine artenreiche Oase, die einen starken Kontrast zur trockenen Macchia der Gallura bildet.

🌿 Flora (Die Pflanzenwelt)
Die Vegetation im Flachwasser und an den Ufern muss mit wechselnden Salzgehalten und feuchten Böden zurechtkommen.
- Dichte Schilfgürtel: Die Uferzonen werden absolut von Schilfrohr (Phragmites australis) und verschiedenen Binsenarten (Juncus) dominiert. Sie bieten die wichtigste Brut- und Versteckmöglichkeit für Tiere.
- Salztolerante Bäume und Sträucher: Direkt am Ufer wachsen Tamarisken (Tamarix), die das Salz über ihre Blätter ausscheiden können, sowie Weiden und dichter Oleander, der im Frühsommer rosa blüht.
- Wasserpflanzen: In den flachen, strömungsarmen Zonen wachsen Teppiche aus Seerosen und verschiedenen Laichkräutern, die das Wasser filtern und Jungfischen Schutz bieten.
- Die Dünenvegetation: Am Übergang zum Strand von Porto Liscia stabilisieren Stranddisteln, Wacholderbüsche und die weiße Strandlilie den Sand.

🦆 Fauna (Die Tierwelt)
Besonders für Vogelbeobachter (Birdwatching) ist der Flusslauf ein absolutes Paradies. Das ruhige Gewässer zieht sowohl Standvögel als auch Zugvögel an, die hier rasten.
🪶 Vögel (Avifauna)
- Reiher und Kormorane: Häufig sieht man den eleganten Seidenreiher (reinweiß mit schwarzen Beinen) und den Graureiher im flachen Wasser lauern. Auch Kormorane nutzen aus dem Wasser ragende Äste, um ihre Flügel zu trocknen.
- Der Eisvogel: Mit etwas Glück schießt der leuchtend blau-orange Eisvogel (Alcedo atthis) wie ein Pfeil knapp über der Wasseroberfläche an Ihrem Kajak vorbei.
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- Greifvögel: Am Himmel kreisen regelmäßig Rohrweihen, die im Schilf nach Beute suchen, und gelegentlich der Fischadler.
- Wasservögel: Verschiedene Entenarten, Teichhühner und Blässhühner paddeln tief im Schilf versteckt.
🐢 Reptilien, Amphibien & Fische
- Europäische Sumpfschildkröte: Auf im Wasser liegenden Baumstämmen kann man die seltene Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis) beim Sonnenbaden beobachten. Bei Annäherung mit dem Kajak lassen sie sich meist lautlos ins Wasser gleiten.
- Fische im Brackwasser: Im glasklaren Flachwasser flitzen Schwärme von Meeräschen (Mugilidae) umher. Diese Fische lieben den ständigen Wechsel von Salz- und Süßwasser. Auch junge Wolfsbarsche nutzen die Mündung als geschützte Kinderstube.
- Insekten: Prachtlibellen in schillerndem Blau und Grün begleiten Sie während der gesamten Fahrt entlang der Schilfkanten.







